Moorprojekt

Projektwoche: Moor statt Mathe

Schüler der Oste-Hamme-Schule erkunden ihre Region – Bürgerinitiative und Gemeinde begrüßen Engagement der Schule.

Autor: THOMAS SCHMIDT

Wie geht es weiter mit dem Moor rund um Gnarrenburg? Diese Frage bewegt viele Menschen in der Region- allen voran die „Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore und für die Zukunft unserer Dörfer!“ Dass das Thema Moor jetzt von der Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg in einer Projektwoche aufgegriffen wurde, erfreut die BI, die das Engagement der Schüler, Lehrer und der Schulleitung am Donnerstag mit einem Scheck in Höhe von rund 500 Euro unterstützt hat.
„Jetzt haben wir die Chance, ein regionales Thema in unsere Projekte aufzunehmen“, bedankte sich Astrid Junge, Leiterin der Oste-Hamme-Schule, für den Scheck mit dem die Schule Material in Sachen Moor beschaffen kann.

Dass die Themen Moorschutz und Entwicklung der Region sehr nah an den Schülern dran sind, ist BI- Sprecherin Kerstin Klabunde überzeugt, schließlich werden auch die Jugendlichen irgendwann vor der Frage stehen, ob sie in der Region bleiben wollen oder wegziehen, sagte Klabunde. Vor diesem Hintergrund zeigte sich im Pressegespräch auch der Vertreter des Schulträgers, Fachbereichsleiter Marcel van der Pütten, erfreut, dass sich die Schüler intensiv mit ihrem eigenen Umfeld und der Heimatsgemeinde auseinander setzen. Und das Thema Moor bietet dafür fächerübergreifend reichlich Gelegenheit. So können die Schüler im Biologie-Unterricht die Flora und Fauna des Moores bestimmen und analysieren. Wie ein Moor entsteht, passt naturgemäß perfekt in den Erdkundeunterricht.

Und das entbehrungsreiche Leben der ersten Moorsiedler lässt sich sehr gut im Geschichtsunterricht beleuchten. Und wenn die Schüler in diesen Zusammenhang auch noch eine Umfrage starten unter dem Motto „Was wissen eigentlich die Gnarrenburger über die Geschichte ihrer Region?“ können so ganz nebenbei auch noch soziale Kompetenzen erworben oder optimiert werden, erklärt Schulleiterin Junge eine von vielen Möglichkeiten, das Thema der Projektwoche aus verschiedenen Blickwinkeln zuerörtern. „Wir wollen damit das Thema Moorschutz und letztlich auch das Kennenlernen und Wertschätzen der eigenen Heimat in den Schultag bringen“, beschreibt Klabunde die Motivation der BI, die Schule zu unterstützen. Die Schüler nahmen die Projekttage gut an, die zum Teil auch außerhalb des Schulgeländes stattfanden. So standen ein Besuch des Moorhofes in Augustendorf, biologische Untersuchungen am Moorerlebnispark, aber auch gesellschaftliche Fragestellungen auf dem Programm. Fragen wie „Was macht die Teufelsmoorregion aus? Was wünschen sich die Gnarrenburger für die Gestaltung ihrer Region?“ wurden ebenfalls erörtert. Am Ende des Projektes steht eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse, für die die Schule auf eine große Resonanz hofft.

Preisgeld kommt Projektwoche zugute
Im Februar 2014 wurde die BI von der AG Osteland der „Goldene Hecht“ in der Kategorie Naturschutz verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigte die AG die Konstruktive Arbeit der BI mit dem Ziel einer geregelten Zukunftsentwicklung der Moorregion als „erfolgreichste Bürgerinitiative Niedersachsens“. Die BI besteht seit Oktober 2012 und hat zwischenzeitlich rund 3.000 Anhänger. Zu ihren Forderungen gehört, das bisherige Vorranggebiet Torfabbau im Gnarrenburger Moor ersatzlos zu streichen und stattdessen ein alternatives Zukunftskonzept für die Region zu entwickeln. „ Dabei setzt sie auf partnerschaftliche Diskussionen aller Beteiligten und versteht sich als Sprachrohr der Bevölkerung“, heißt es in einer Mitteilung der BI.