Die Erinnerung wachhalten!

Text: M. Eckhof

Sichtlich bewegt waren die Schüler*innen der Klasse 10a der Oste-Hamme-Schule, die am 29. April an der Gedenkveranstaltung zum 74. Jahrestag der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag X B in Sandbostel mitwirkten.

Die Klasse hatte vor einigen Wochen im Rahmen des Geschichtsunterrichts einen Studientag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel verbracht und sich dort mit der Geschichte des Lagers und der katastrophalen Situation der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B auseinandergesetzt. Zu sehen, welche Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges auch in der Nähe ihrer Heimatorte geschahen und welches unvorstellbare Leid hier herrschte, machte die Schüler*innen so betroffen, dass sie gern bereit waren, bei der diesjährigen Gedenkfeier mitzuwirken.

Gemeinsam mit zwei ehemaligen Schülerinnen der Oste-Hamme-Schule, die schon die Gedenkfeier 2018 mitgestaltet hatten,  und Mitarbeitern der Jugendbauhütte Stade legten sie Kränze an der Kriegsgräberstätte in Sandbostel sowie am Gedenkstein vor der Lagerkirche nieder.  Im Rahmen der Gedenkfeier in der ehemaligen Lagerküche trugen sie bedrückende Auszüge aus den Erinnerungen ehemaliger KZ-Häftlinge vor,  die ihre Situation während der Todesmärsche nach Sandbostel und die Bedingungen im Lager in den letzten Tagen vor der Befreiung des Lagers beschreiben.

Für die Schüler*innen der Klasse 10a wird dies nicht der letzte Besuch in der Gedenkstätte Lager Sandbostel sein. Sie haben sich vorgenommen, dort vor den Sommerferien gleich mehrere Tage an einem Projekt zur Geschichte des Lagers und zum Schicksal der dort inhaftierten sowjetischen Kriegsgefangenen zu arbeiten und damit vielleicht einen kleinen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten.

 

 

 

Schulkino gegen Mobbing

Im Rahmen der Schulkinowochen unternahm die Klasse 6a einen Ausflug nach Osterholz-Scharmbeck, um sich den US-Spielfilm „Wunder“ anzusehen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von R. J. Palacio. Die Geschichte handelt von dem zehnjährigen August „Auggie“ Pullmann, der sich aufgrund einer krankheitsbedingten Entstellung seines Gesichtes vor der Außenwelt unter einem Astronautenhelm versteckt. Eines Tages jedoch soll „Auggie“ auf eine normale Schule gehen. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als kein Außenseiter zu sein und Freunde zu finden. Doch zunächst sind die meisten Kinder gemein zu ihm. „Auggie“ lässt sich jedoch nicht so leicht entmutigen. „Seine Klassenkameraden lachten ihn nur aus und respektierten ihn nicht. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten fand August auch in der Schule Menschen wie seine Eltern, die ihn akzeptierten und bewunderten“, erzählt Celine. „Ich finde es nicht gut, dass Leute wegen ihres Aussehens gemobbt werden. Der Film hat mir gefallen, weil der Junge, der gemobbt wurde, nicht aufgegeben hat“, sagt Kjell. Raphael fand den Film sehr emotional. „Durch den Film konnten wir uns in die Lage von Auggie versetzen“, meint Leon. Der Streifen mache Mut, auf andere Menschen zuzugehen, auch wenn sie anders sind. Der Ausflug ins Kino hat allen Schülern der 6a gut gefallen. „Ich fand gut, dass wir mal etwas anderes gemacht haben als Schule“, so Lilja. Alena fand es toll, dass sie als Klasse das ganze Kino für sich allein hatten, aber auch die Geschichte von „Auggie“ hat sie sehr bewegt: „Der Film hat uns gezeigt, wie man sich fühlt, wenn man gemobbt wird.“

Risiken und Gefahren der Sucht

Die Sucht hat viele Gesichter. Nicht nur Genuss- und Rauschmittel wie Alkohol oder Drogen können abhängig machen. Auch das übersteigerte Verlangen, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben, wie zum Beispiel Computer- oder Glücksspiele, kann als Sucht bezeichnet werden. Um verschiedene Formen der Sucht ging es bei einem Workshop zur Suchtprävention, der jetzt in allen Klassen des 9. Jahrgangs durchgeführt wurde. Rene Huxoll von der Suchtberatungsstelle Bremervörde klärte die Neuntklässler über Risiken und Gefahren der Sucht auf, wobei der thematische Schwerpunkt auf Rauschmitteln lag. Der frühe Kontakt mit Rauschmitteln ist nicht nur wegen seines Abhängigkeitspotentials riskant. Drogen stehen zudem im Verdacht, die Hirnreife von Heranwachsenden nachhaltig zu schädigen und die Problemlösefähigkeiten zu beeinträchtigen. Gerade deshalb ist Aufklärung für Jugendliche wichtig, die immer öfter mit legalen und illegalen Rauschmitteln in Berührung kommen. Auch Partydrogen werden immer häufiger. Schlägt die Sucht erst einmal zu, sind Auswirkungen auf das Freizeitverhalten, das Verhalten in der Schule, die schulischen Leistungen und das weitere Leben die Folge. Die Schülerinnen und Schüler konnten in den Workshops auch eigene Fragen loswerden und nahmen wertvolle Tipps mit nach Hause. Darüber hinaus stand Rene Huxoll auch für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Fragen rund um Liebe und Beziehungen

Um Fragen rund um Liebe, Beziehungen und sexuelle Orientierung drehte sich alles bei einem sexualpädagogischen Workshop, an dem die 10. Klassen der Oste-Hamme-Schule am 8., 22. und 26. Februar teilnahmen. Der Workshop wurde von Fachkräften der Beratungsstelle ProFamilia in Stade durchgeführt. Auf spielerische und zugleich ernsthafte Weise näherten sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung den verschiedenen Themen an. Dabei setzten sich die Zehntklässler auch mit Vorurteilen gegenüber Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen auseinander. Sie erkundeten eigene Gefühle und persönliche Grenzen anhand von fiktiven Beziehungsgeschichten, die in geschlechtsspezifischen Gruppen diskutiert wurden. Auch zu den Themen Verhütung, Schwangerschaft, Besuch beim Frauenarzt/Urologen sowie sexuell übertragbare Krankheiten konnten Fragen gestellt werden, wobei sich zeigte, dass die Schülerinnen und Schüler aus dem Biologieunterricht bereits sehr viel Wissen mitbrachten. „Wir fanden das Projekt gut, aber wir würden es vielleicht eher für jüngere Schüler empfehlen“, meinten daher Katharina und Hanna aus der Klasse 10a. „Wir haben festgestellt, dass unsere Klasse schon sehr tolerant ist. Unsere Meinung hat sich durch das Projekt nicht wirklich geändert“, so die Zehntklässlerinnen weiter. Die Atmosphäre in der Klassengruppe hätten sie als sehr positiv empfunden. „Wir verstehen uns alle gut. Deshalb kann man auch über alles reden.“

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