Marielle Wintjen gewinnt Vorlesewettbewerb

„Kriegerische Katzen“, „Väter, die ihren Kindern die Hausaufgaben schreiben“ und „genervte Pinguine“ – mit einer vielfältigen Buchauswahl traten am Donnerstag, 28.11.2019, acht Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen in der Oste-Hamme-Schule in Gnarrenburg zum alljährlichen Vorlesewettbewerb an. In der ersten Runde lasen alle Schüler drei Minuten aus einem selbstgewählten Buch vor. Die drei besten Leser durften dann in der zweiten Runde einen ihnen unbekannten Text vorlesen.

Von links: Frau Fritz vom Förderverein, Mia Müller, Tamina Katt, Marielle Wintjen und Frau Wesselhöft

Marielle Wintjen aus der Klasse 6a wurde am Ende zur Siegerin gekürt und wird Anfang 2020 nach Rotenburg /Wümme zum Kreisentscheid fahren. Sowohl die Interpretation des Textauszugs aus „Warriot Cats – Die neue Prophezeiung“ von Erin Hunter als auch des ihr unbekannten Textes überzeugte die Jury. “Gutes Vorlesen ist eben, wenn sich keiner langweilt“ – sagt ein Profi, der es wissen muss: Rufus Beck, einer der bekanntesten Hörbuchsprecher.

Langweilig war es in der Oste-Hamme-Schule auf keinen Fall und das Niveau der Vorleser war dieses Jahr besonders hoch. „Ich fand es super! Wir haben jedes Jahr so tolle Vorleser“, erklärte Frau Grube, die für die Schulleitung in der Jury saß, nach dem Vorlesewettbewerb.

Von links: Tamina Katt, Fritz Lütjen, Finn Stockfisch, Marielle Wintjen, Lunaa Kolakowski, Mia Müller, Jella Köstermann, Jan van der Velde und Frau Fritz vom Förderverein

Sie fügt hinzu: „Aber wir merken im Unterricht immer stärker, dass in vielen Familien nicht mehr regelmäßig mit den Kindern gelesen wird. Dabei ist das Lesen so wichtig, um Fantasie zu entwickeln und andere Perspektiven einnehmen zu können. Kinder, die viel lesen, sind meistens erfolgreicher in der Schule.“

Text und Fotos: Frau Grube

Thema Flucht und Mauerfall-Jubiläum

„Flucht und Asyl“ lautete das Thema, mit dem sich der 7. Jahrgang anlässlich des Projekttages „Schule ohne Rassismus“ beschäftigt hat. Am Anfang stand ein gemeinsames Brainstorming zum Thema, wobei die Schüler*innen ihre spontanen Gedanken auf Kärtchen notierten und sich im Anschluss mit möglichen Fluchtgründen auseinandersetzten. Vor allem wurden Krieg, Gewalt, Verfolgung und Religion als Fluchtgründe genannt. Auf der Karte schauten sich die Siebtklässler an, wo Syrien liegt, und diskutierten über die Problematik der Flucht über das Mittelmeer. Bei einer Klassenumfrage ermittelten die Schüler*innen, worauf sie selbst im Falle einer Flucht verzichten würden. Dabei stellten sie fest, dass Freunde wichtiger sind als das Handy. Auf alltägliche Dinge wie Kühlschrank und Strom sowie auf modische Kleidung zu verzichten, fällt den meisten Schüler*innen jedoch schwer.

Gemeinsam schauten sich die Siebtklässler danach einen Auszug aus einer TV-Dokumentation über die Flucht aus Syrien an. Dabei erlebten sie die Gefahren der Flucht in kleinen Booten und sahen eindrucksvolle Bilder der katastrophalen Situation im zerbombten Syrien. Zum Abschluss setzten sich die Schüler*innen mit einem Zeitungsartikel von Sarah Connor auseinander, in dem die Sängerin schildert, dass sie eine syrische Familie bei sich zu Hause aufgenommen hat – entgegen vieler Zweifel und Ratschläge. Die Schüler*innen konnten danach einen Brief an Sarah Connor oder an ein syrisches oder deutsches Familienmitglied schreiben. Das Thema Flucht wurde in den 7. Klassen auch im Zusammenhang mit dem Mauerfall-Jubiläum thematisiert.

Infos: Frau Heitsch

Viel mehr als Hilfe beim Berufseinstieg

Der Weg von der Schule in den Beruf stellt für manchen eine große Herausforderung dar. Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) an der Oste-Hamme-Schule bietet Schüler*innen Unterstützung bei der Berufsorientierung und hilft, mögliche Hürden zu überwinden. Doch sie ist sehr viel mehr als das. „Meine Tür steht immer offen“, sagt Rabea Suter. Seit August 2017 ist sie als Pädagogische Mitarbeiterin des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH (Region Verden) an der Oste-Hamme-Schule für die Berufseinstiegsbegleitung verantwortlich.

Ab Klasse 8 können die für das Programm ausgewählten Schüler*innen das verbindliche Angebot in Anspruch nehmen – mit Zustimmung der Eltern. „Die Berufsorientierung steht dabei im Vordergrund“, sagt Suter. Die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt unter anderem beim Erreichen des Schulabschlusses, beim Finden eines passenden Berufes und bei der Ausbildungsplatzsuche sowie bei der Bewerbung. „Darüber hinaus begleite ich Schüler in den ersten sechs Monaten ihrer Ausbildung“, erklärt Suter, die rege Kontakte zu den örtlichen Unternehmen unterhält und weiß, worauf es bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch ankommt. Auf dem Weg dorthin gilt es, auch kleine Etappenziele zu feiern. „Es ist wichtig, dass die Schüler Erfolgserlebnisse haben und positive Bestärkung erhalten“, betont Suter. Dies könne zum Beispiel eine gute Beurteilung im Praktikum sein. Die Ergebnisse werden regelmäßig dokumentiert und evaluiert. „Wir schauen immer wieder gemeinsam, was die Schüler schon geschafft haben“, so Suter. Und das ist eine ganze Menge.

„Durch Frau Suter habe ich weniger Probleme in der Schule“, erzählt ein Schüler, der aus persönlichen Gründen seinen Namen nicht nennen möchte. Nach einer sehr belastenden Mobbingerfahrung habe die Berufseinstiegsbegleiterin ihn mit ihrer offenen und positiven Art motiviert: „Ich habe wieder Spaß am Leben.“ Diese Erfahrung zeigt, dass Rabea Suters Arbeit weit über die Unterstützung beim Berufseinstieg hinaus geht. Auch bei persönlichen Problemen hat sie stets ein offenes Ohr für die Schüler. „Manchmal kommen Schüler in der Pause einfach so in mein Büro.“ In Gesprächen erfährt sie vieles darüber, was die Schüler*innen beschäftigt und was sie von ihren eigenen Zielen ablenkt. Gerade diese persönliche Basis, die enge Vernetzung auf allen Ebenen, sei eine gute Ergänzung zu der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die in der Regel einmal monatlich angeboten werde.

Sie steht auch mit den Eltern und den jeweiligen Klassenlehrern in ständigem Kontakt. Auch mit Schulsozialpädagogin Claudia Leißner arbeitet sie, vor allem bei schwerwiegenderen Schülerkonflikten, zusammen. „Ich versuche, die Kommunikation mit zu unterstützen“, sagt sie. Dazu gehört die Abstimmung von Terminen zum Elternsprechtag ebenso wie die Betreuung der Schüler*innen im Praktikum oder die gemeinsame Fahrt zur Ausbildungsmesse nach Zeven oder Bremervörde. Bei Bedarf zeigt sie den Schüler*innen auch, wann und wo der Bus abfährt, der sie zu ihrem Praktikumsplatz bringt. Im Zweifelsfall fährt sie die Strecke auch mit ihnen ab, damit zum Praktikumsbeginn wirklich nichts mehr schiefgehen kann – alles keine Selbstverständlichkeiten.

Schüler, Eltern und Lehrer wissen diesen Einsatz sehr zu schätzen. „Frau Suter ist immer für uns da“, betont eine Schülerin aus Klasse 9. Im oftmals hektischen Schulalltag sind viele kleine und große „Brände“ zu löschen. Da wird dringend Hilfe für ein bald anstehendes Referat benötigt oder ein Materialordner soll bis Ende der Woche auf Vordermann gebracht werden. Sogar in den Ferien bietet Rabea Suter ihre Hilfe an. In den Herbstferien nutzten mehrere Schüler*innen das Angebot, gemeinsam an den Praktikumsberichten zu arbeiten. „Bei der Arbeit in Kleingruppen lernen die Schüler auch, Verständnis füreinander zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und sich gegenseitig zu helfen“, sagt Suter.

Die Berufseinstiegsbegleitung ist für die Eltern kostenlos. Die Finanzierung erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit und Mittel des Bundes aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) – noch, aber die Zukunft ist ungewiss. In diesem Sommer konnten an der OHS schon keine neuen Schüler*innen mehr in das Programm aufgenommen werden.  Eines ist jedoch sicher: Ein Aus wäre ein großer Verlust – für Schüler, Eltern und Lehrer.

„Das Programm der Berufseinstiegsbegleitung ist ein unschätzbarer Gewinn für die Oste-Hamme-Schule und Rabea Suter ein echter Glücksfall bei der Unterstützung unserer Schüler*innen im  Übergang von der Schule in die Berufswelt“, sagt Marliese Eckhof, Fachbereichsleiterin Arbeit/Wirtschaft-Technik an der Oste-Hamme-Schule. Eine so intensive, individuelle und auch flexible Begleitung und Förderung von Schüler*innen, wie von ihr geleistet, sei den Lehrkräften im Schulalltag nicht möglich. „Denn wir müssen uns über den Unterricht hinaus um eine Vielzahl von Schüler*innen mit ihren vielfältigen Problemen kümmern, so dass eine derart persönliche Betreuung häufig zu kurz kommt.“  Gleichzeitig sei Rabea Suter eine wichtige Vermittlerin zwischen Schüler*innen, Erziehungsberechtigten, Lehrer*innen, Betrieben und Institutionen. Sie schaffe es, diese Schüler*innen im wahrsten Sinne des Wortes „an die Hand zu nehmen“, sie auf den Weg ins (Berufs-) Leben zu bringen und auf diesem auch noch ein Stück zu begleiten.

 

Für Toleranz und Akzeptanz

Der Hamburger Travestiekünstler Henrik Schmidt alias „Veuve Noire“ setzte beim Projekttag „Schule gegen Rassismus“ ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz und gegen Mobbing. Bei einem Vortrag in der Aula machte Schmidt den Neunt- und Zehntklässlern Mut, für ihre eigene Persönlichkeit einzustehen.

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Text und Fotos: Thomas Schmidt (Bremervörder Zeitung, 08.11.2019)

Kinder der Welt und Weihnachtspäckchen für Rumänien

„Kinder der Welt“ lautete das Motto der Klassen 5a und 5b beim Projekttag „Schule gegen Rassismus“. Die 5a beschäftigte sich mit den Lebensumständen von gleichaltrigen Kindern in Japan, dem Senegal, Brasilien, Kolumbien, Peru, USA, Haiti, Deutschland, Polen, Grönland, Papua-Neuginea und Nicaragua. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten zu den Themen Schule, Familie, Schulweg und Gesundheit, verglichen diese mit ihrem eigenen Alltag und präsentierten ihre Arbeit in ihrer Klasse.

Die Klasse 5b schaute sich den Kurzfilm „Bende Sira – ich bin dran“ an. In dem Streifen, der in der Türkei spielt, geht es um Freunde, die gerne ins Kino gehen möchten, aber immer nur Geld für eine Kinokarte haben. Sie legen zusammen und losen aus, wer gehen darf. Derjenige, der im Kino war, erzählt dann den anderen den Film, die ganz gebannt lauschen. Eines Tages spendiert ein Erwachsener allen Kindern eine Kinokarte und sie können zusammen hingehen. Das Besondere war, dass der Film in türkischer Originalsprache gezeigt, aber dennoch von den Fünftklässlern verstanden wurde. In einer Gesprächsrunde verglichen die Schülerinnen und Schüler ihre Wünsche mit denen von Kindern anderer Länder und stellten fest, dass vieles allzu selbstverständlich hingenommen wird.

Ebenfalls am Projekttag starteten die Klassen die jährliche Weihnachtspäckchen-Aktion für Kinder in Rumänien. Die Spenden der Eltern wurden schön verpackt und mit lieben Weihnachtsgrüßen versehen. Das Packen der Päckchen machte richtig Spaß und alle waren auch ein bisschen stolz darauf, anderen Kindern eine Freude machen zu können. Herzlichen Dank an die Eltern, die gespendet haben!

Gleich am nächsten Tag wurden alle Päckchen zur Abgabestelle (Horstschäfer) gebracht. Besonders toll war, dass jeder ein Päckchen tragen konnte.

Informationen und Fotos: Herr Günnemann, Frau Wilke

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